Hamburg: UF6 aus europäischen UAA über Hamburg nach Västeras (Schweden)

Hamburg: Transporte von angereichertem Uranhexafluorid (UN 2977) aus europäischen Urananreicherungs-Anlagen (UAA) auf der Straße über das Stadtgebiet von Hamburg in die Brennelementfabrik in Västeras/Schweden

Der hamburger Senat antwortet er sei unwissend, wir dokumentieren die durch Hamburg durchgeführten Atomtransporte per LKW nach Schweden.

Über das Hamburger Stadtgebiet und den Hafen gehen eine Vielzahl von Atomtransporten. Hamburg ist eine Drehscheibe zur Versorgung der AKWs im internationalen Atomgeschäft. Uranoxide, das extrem giftige und ätzende Uranhexafluorid, unbestrahlte (neue) Brennelemente oder andere Produkte im Zusammenhang mit der Nutzung der Atomtechnologie werden im Hamburger Hafen umgeschlagen und/oder durch das Hamburger Stadtgebiet transportiert.

Hier die Auswertung von Uranhexafluorid Transporten nach Schweden:

2017
Im Jahr 2017 erfolgten 22 Transporte von angereichertem Uranhexafluorid (UN 2977) aus europäischen Urananreicherungs-Anlagen (UAA) auf der Straße über das Stadtgebiet von Hamburg in die Brennelementfabrik der Westinghouse
Electric Sweden AB in Västeras/Schweden. Dabei wurden insgesamt rund 220 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertes Uranhexafluorid (UF6) befördert. Dies geht aus den Angaben des Hamburger Senats in den Kleinen Anfragen
„Atomtransporte durch Hamburg“ (XXVI) bis (XXX) der Fraktion DIE LINKE in der Hamburger Bürgerschaft hervor.

Diese 22 Transporte mit insgesamt rund 220 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertem Uranhexafluorid (UF6) über das Stadtgebiet von Hamburg auf dem Straßenweg in die Brennelementfabrik der Westinghouse Electric Sweden AB in Västeras/Schweden kamen aus folgenden europäischen Urananreicherungs-Anlagen:

=> AREVA NC in Pierrelatte/Frankreich: 14 Transporte mit rund 138 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertes Uranhexafluorid (UF6), Anteil: rund 63%

=> Urenco Nederland B.V in Almelo/Niederlande: 4 Transporte mit rund 45 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertes Uranhexafluorid (UF6), Anteil: rund 20 %

=> Urenco Deutschland GmbH in Gronau: 4 Transporte mit rund 37 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertes Uranhexafluorid (UF6), Anteil: rund 17%


2018 (bis zum 19.06.18)
Im Jahr 2018 (bis zum 19.06.18) erfolgten bislang 9 Transporte von angereichertem Uranhexafluorid (UN 2977) aus europäischen Urananreicherungs-Anlagen (UAA) auf der Straße über das Stadtgebiet von Hamburg in die Brennelementfabrik der Westinghouse Electric Sweden AB in Västeras/Schweden. Dabei wurden insgesamt rund 97 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertes Uranhexafluorid (UF6) befördert. Dies geht aus den Angaben des Hamburger Senats in den Kleinen Anfragen
„Atomtransporte durch Hamburg“ (XXX) und (XXXI) der Fraktion DIE LINKE in der Hamburger Bürgerschaft hervor.

Diese bislang 9 Transporte mit insgesamt rund 97 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertem Uranhexafluorid (UF6) über das Stadtgebiet von Hamburg auf dem Straßenweg in die Brennelementfabrik der Westinghouse Electric Sweden AB in Västeras/Schweden kamen aus folgenden europäischen Urananreicherungs-Anlagen:

=> Urenco Deutschland GmbH in Gronau: 4 Transporte mit rund 40 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertes Uranhexafluorid (UF6), Anteil: rund 41%

=> ORANO/AREVA NC in Pierrelatte/Frankreich: 3 Transporte mit rund 37 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertes Uranhexafluorid (UF6), Anteil: rund 38%

=> Urenco Nederland B.V in Almelo/Niederlande: 2 Transporte mit rund 20 Tonnen (Kernbrennstoffmasse) angereichertes Uranhexafluorid (UF6), Anteil: rund 21 %

Aus den Listen der Transportgenehmigungen für “Kernbrennstoffe” („Gültige Beförderungsgenehmigungen nach § 4 Atomgesetz bzw. §§ 16 und 18 StrlSchV“) des zuständigen Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) geht hervor: Diese Transporte von angereichertem Uranhexafluorid (UN 2977) aus europäischen Urananreicherungs-Anlagen in die Brennelementfabrik der Westinghouse Electric Sweden AB in Västeras/Schweden sind auf dem Bundesgebiet nur als Straßentransporte genehmigt worden. Umschlag und/oder Seetransporte sind demzufolge nicht zulässig.
Es gibt Hinweise, daß diese Transporte von angereichertem Uranhexafluorid (UN 2977) aus europäischen Urananreicherungs-Anlagen auf den Autobahnen über das Stadtgebiet von Hamburg durchgeführt werden, anschließend weiter auf dem Straßenweg über Dänemark nach Schweden.

Zuvor (bis Ende Dezember 2014) erfolgten diese Transporte von angereichertem Uranhexafluorid (UN 2977) aus europäischen Urananreicherungs-Anlagen auf der Straße über das Stadtgebiet von Hamburg in den Hafen von Rostock, wo sie mit den RoPax-Fähren (die Abkürzung „RoPax“ steht als Kurzform für RollOn/Roll Off für Ladung sowie gleichzeitig für Passagiere) ‚Mecklenburg-Vorpommern‘ und ‚Skane‘ der Reederei Scandlines und später (ab 2012) der Reederei Stena Line auf dem Seeweg über die Ostsee nach Trelleborg/Schweden befördert wurden. Von dort aus gingen die Transporte weiter in die Brennelementfabrik der Westinghouse Electric Sweden AB in Västeras/Schweden. – Das damals für die Transportgenehmigungen für „Kernbrennstoffe“ zuständige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte dafür Straßentransporte und Seetransporte, jedoch keinen Umschlag genehmigt.
Aufgrund von nachhaltigen Protesten gegen die Atomtransporte über den Hafen von Rostock wurden Anfang 2015 die Seetransporte von angereichertem Uranhexafluorid (UN 2977) mit den RoPax-Fähren von der Reederei Stena Line eingestellt. – Seitdem rollen die Transporte von angereichertem Uranhexafluorid (UN 2977) aus europäischen Urananreicherungs-Anlagen auf dem Straßenweg über das Bundesgebiet in die Brennelementfabrik der Westinghouse Electric Sweden AB in Västeras/Schweden.

In der Kleinen Anfrage „Atomtransporte durch Hamburg“ (XXXI), Drs. 21/13484, vom 26.06.18 ist von der Fraktion DIE LINKE in der Hamburger Bürgerschaft zu den “Kernbrennstoff-Transporten” von und zu der schwedischen Brennelementfabrik der Westinghouse Electric Sweden AB in Västeras/Schweden über das Stadtgebiet von Hamburg auf dem Straßenweg u.a. nachgefragt worden:

DIE LINKE: “Soweit bekannt, speichert die Hansestadt Bremen Daten zu Atomtransporten über deren Stadtgebiet länger als die Freie und Hansestadt Hamburg und ist auch in Bezug auf Atomtransporte über ihr Stadtgebiet auskunftsfähiger als die Freie und Hansestadt Hamburg. Ist dem Senat dies bekannt und falls ja, gibt es in Bremen andere Vorschriften oder eine abweichende geübte Praxis als in der Freien und Hansestadt Hamburg und wenn ja, welche”
Antwort des Hamburger Senats: “Dies ist dem Senat nicht bekannt.:

DIE LINKE: “Von Initiativen wird berichtet, dass über die BAB 1 Straßen-Transporte, zum Beispiel von und zum schwedischen Västeras über das Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg gehen. Sind diese Transporte dem Senat beziehungsweise der Landespolizei bekannt? – Wenn nein, ist es dem Senat möglich, sich (siehe Bremen) über solche Transporte in Kenntnis setzen zu lassen?”
Antwort des Hamburger Senats: “Aufgrund bestehender Meldeverpflichtungen nach dem Atomgesetz beziehungsweise daraufhin erteilter Transportgenehmigungen liegen der Polizei ausschließlich Daten zu Transporten von Kernbrennstoffen oder Großquellen vor.”

Aus den Listen der Transportgenehmigungen für “Kernbrennstoffe” („Gültige Beförderungsgenehmigungen nach § 4 Atomgesetz bzw. §§ 16 und 18 StrlSchV“) des zuständigen Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), den Kleinen Anfragen „Atomtransporte durch Hamburg“ (XXVI) bis (XXXI) der Fraktion DIE LINKE in der Hamburger Bürgerschaft, sowie den Angaben des Wirtschaftsministerium NRW zu UF6-Transporten von/nach Gronau 2017, konnte zwischenzeitlich eine Auswertung der Transporte von angereichertem Uranhexafluorid (UN 2977) aus europäischen Urananreicherungs-Anlagen (UAA) auf der Straße über das Stadtgebiet von Hamburg in die Brennelementfabrik der Westinghouse Electric Sweden AB in Västeras/Schweden durchgeführt werden.

=> Die Ergebnisse der Recherchen befinden sich als pdf hier nachzulesen:

2018.07.02_HH_SAND_Transporte von angereichtem UF6 aus den UAA über Hamburg nach Västeras Schweden

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